Die Macht der Routine – Was ist Routine?

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Bei dieser Artikelserie möchten wir auf das Thema Routine eingehen. In insgesamt 7 Beiträgen werden wir die folgenden Themen beleuchten: Was ist Routine?, Wie entsteht Routine?, Ist der Mensch wirklich ein Gewohnheitstier?, Aufbau von bewusster Routine, Routine im Alltag, Welche Vorteile bringt die Gewohnheit mit sich?, Welche Opfer muss ich bringen?

Routine ist eine Art einer erlernten Gewohnheit. Gewohnheit ist eine bestimmte Art des Verhaltens, welche sich in gleichartigen Situationen, automatisch wiederholt. Gewohnheiten können wir herstellen, indem wir immer wieder eine bestimme Handlung durchführen. Am besten zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Tag für Tag. Je nachdem wie viel Zeit eine bestimmte Tätigkeit erfordert, um zur Gewohnheit zu werden. Jetzt fragst du dich, wann diese Gewohnheit überhaupt auftritt und ob du diese beeinflussen kannst.

Zunächst einmal müssen wir betrachten, wie Routine entsteht. Dazu ist immer erst ein Auslöser notwendig, in der Fachsprache Trigger. Das kann zum Beispiel das Klingeln deines Handys oder das Essen einer bestimmten Mahlzeit sein. Daraufhin folgt eine Reaktion und erzielt diese einen positiven Effekt, ist es wahrscheinlich, dass wir sie beim nächsten Mal wieder genauso ausführen. Passiert das immer wieder nach genau dem gleichen Schema, ist eine Routine entstanden. Kommen wir zurück auf das Beispiel mit dem Handy. Bei mir selbst hat es sich eingeschlichen, dass ich jedes Mal, wenn das Handy klingelt, sofort und auch automatisch auf das Display schaue. Solche oder ähnliche Angewohnheiten kennst du bestimmt auch.

Aber ist das nun gut oder schlecht? Darauf komme ich später nochmal zurück. Fakt ist aber, dass es sowohl Vorteile als auch Nachteile haben kann.

Zur Entstehung von Routine führte Phillippa Lally vom University College eine Studie durch, in welcher sie herausfinden wollte, wie lange Routine zum Entstehen braucht. Dafür sollten sich 96 junge Menschen eine Tätigkeit überlegen, die sie dann für 84 Tage lang täglich zur selben Zeit und in der gleichen Situation ausüben sollten. Schließlich kam sie zu dem Ergebnis, dass bei allen Teilnehmern der Studie nach 66 Tagen durchschnittlich eine Routine entstand und sie die ausgewählte Tätigkeit automatisch ausführten. Das kannst du gern auch selbst einmal ausprobieren und du wirst sehen, dass auch du Routine erlernen kannst.

Jetzt denke einmal bitte an deinen Job. Fallen dir auch da bestimmte tägliche Gewohnheiten auf? Bestimmt, denn auch wenn ich an meinen morgendlichen Arbeitsbeginn denke, startet dieser mit einer Routine. Laptop an. Mails checken. Und das jeden Morgen. Zu dem Thema „Routine im Arbeitsalltag“ führte die DJS Research Ltd. 2017 ebenfalls eine Studie durch. Das Ergebnis war, dass Arbeitnehmer im Jahr durchschnittlich 552 Stunden mit der Durchführung von Routinearbeiten verbrachten. Das ärgerte so manchen Unternehmer, da dies natürlich auch gewisse Verwaltungskosten mitbringt.

Ein letztes Beispiel, welches ich erwähnen möchte, stammt aus älteren Zeiten. Es handelt um den Pawlowschen Hund. Sein Besitzer, der Wissenschaftler Ivan Pawlow, läutet jedes Mal vor einer Fütterung eine Glocke und der Speichel des Tieres begann zu fließen. Nach einer Weile reagierte der Hund bei jedem Läuten der Glocke – auch wenn kein Futter im Spiel war – automatisch mit Speichelfluss. Tiere können also ebenfalls Routine erlernen.

Warum heißt die Routine eigentlich „Routine“?  Entstanden ist der Begriff vor gut 300 Jahren und stammt von dem französischen Wort „routine“ ab, was im Deutschen soviel wie  „Wegerfahrung“ bedeutet. Ein Synonym für die Routine wäre wohl die Gewohnheit oder der Trott.

1 Antwort

  1. 28. Dezember 2020

    […] das Thema Routine eingehen. In insgesamt 7 Beiträgen werden wir die folgenden Themen beleuchten: Was ist Routine?, Wie entsteht Routine?, Ist der Mensch wirklich ein Gewohnheitstier?, Aufbau von bewusster Routine, […]

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